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Blühende Bäume in Buchen

Robert Frank - Marktstraße mit Stadtturm

1996
Acryl auf Holz
Stadt Buchen

Die Marktstraße liegt im Herzen der Buchener Altstadt, ist heute noch die Hauptgeschäftsstraße und auch deshalb seit jeher eine beliebte Ansicht für Maler, Fotografen und Postkartenhersteller. 

Frank malte mit Acryl aber keine aktuelle Ansicht auf eine Holzleinwand, sondern bediente sich eines historischen Motivs. Als Vorlage könnte dem Künstler eine Fotografie von Karl Weiß gedient haben, die die markante Buchener Straße Ende des 19. Jahrhunderts zeigt. 

Zu sehen ist im Vordergrund ein doppelter Pumpbrunnen (heute Pilgrim-von Buchein-Brunnen). Im Hintergrund erhebt sich der Stadtturm (ehemals Mainzer Tor) in die Höhe. Neben dem Brunnen als wichtiger Teil der damaligen Wasserversorgung sind auch die "Stäffele" typisch für die damalige Zeit. Die Treppen vor den Hauseingängen waren notwendig, da man in der Erde schnell auf Felsen stieß. Deshalb lag das erste Geschoss in der Marktstraße in der Regel leicht erhöht. 

 

Frank - Marktstraße mit Stadtturm (Foto: Stadtarchiv Buchen)

Der Künstler

Aquarelle, Ölgemälde, Zeichnungen, grafische Arbeiten und Holzarbeiten - Robert Frank war durchaus ein vielseitiger Künstler. Der bärtige, stets Pfeife rauchende Mann war lange Zeit nicht aus dem Stadtbild wegzudenken.

Geboren wurde Frank 1926 in Götzingen. Als Kind hatte er zwar ein starkes Interesse an der Malerei und dem Zeichnen, eine Förderung des begabten Jungen war den Eltern aber nicht möglich. Während des Zweiten Weltkrieges war er Kriegsaushilfsangestellter beim Landratsamt Buchen und beim Reichsarbeitsdienst. Auch die Nachkriegszeit war recht beschwerlich. Erst 1949 bekam er eine dauerhafte Anstellung beim Flurbereinigungsamt Buchen.

In Bezug auf die Kunst begann Frank nach dem Krieg zunächst autodidaktisch. Später schloss er sich der Kunst-AG im Burghardt-Gymnasium unter Leitung des damaligen Kunsterziehers Eugen Mellert an. Weitere wichtige Schritte auf seiner küntslerischen Laufbahn waren Begegnungen mit den Künstlern Dénes von Szebeny und Hellmuth Tschamber. Auch dadurch konnte sich Frank ein breites Spektrum an künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten aneignen. Eine Zeitlang übte er sich in der Kunst der Sgraffito-Dekorationen und erstellte insgesamt 23 Arbeiten in den Außenputz von Gebäuden in Buchen und Umgebung. Auch von der Stadt bekam er seit den 1960er Jahren immer wieder Auftragsarbeiten. So stammen nicht nur die närrischen Fenstertafeln am Alten Rathaus und Ehrenbürgerbriefe von ihm. Seine Werke illustrierten auch mehrere Bücher, die sogenannten Stadtsanierungskarten dokumentierten den Fortgang der städtebaulichen Entwicklung.