Friedrich Brandt - Steinerner Bau
1949
Öl auf Leinwand
Stadt Buchen
Der Steinerner Bau als Teil der kurmainzischen Kellerei ist wohl eines der bedeutsamsten, historischen Gebäude der Stadt Buchen. Der zweigeschossige, giebelständige Massivbau mit Flacherker wurde 1493 unter dem Mainzer Erzbischof Berthold von Henneberg errichtet und war zeitweise Sommerresidenz des kurfürstlichen Landesherrn. 1803 fiel das Gebäude bzw. der gesamte Komplex an den Fürsten von Leiningen, und wurde zum Amtslokal umfunktioniert. Nachdem die Stadt das Gebäude 1868 erworben hatte, wurden die Räumlichkeiten als Turnhalle und zur Unterbringung von Kriegsgefangenen im Ersten Weltkrieg verwendet. Nach der Gründung des Bezirksmuseums wurde der Steinerne Bau im Jahr 1915 zum Museum. Bis heute sind in den Räumlichkeiten unterschiedliche Dauerausstellungen untergebracht.
Brandt porträtierte 1949 das spätgotische Portal zur Hofseite und damit den Eingang ins Museum. Über dem Tor prangt das Wappen von Erzbischof von Henneberg mit der Inschrift, der ihn als Erbauer ausweist. 1949 befanden sich neben dem Eingang ein Bildstock mit Heiligen Blut-Motiv und eine Nepomuk-Statue. Heute ist nur noch der Bildstock vorhanden.

Der Künstler
Friedrich Brandt wurde 1906 in Südmähren geboren. Er studierte zunächst an der Technischen Hochschule Brünn Architektur und Hochbau. Im Anschluss ging er in Prag an die Akademie der Bildenden Künste, wo er Meisterschüler von Professor Franz Tiele wurde. Den Abschluss fand sein akademischer Werdegang an der Karls-Universität mit dem Studium der Pädagogik und der Zeichenlehrer-Prüfüng. Damit hat Brandt eine umfangreiche künstlerische Ausbildung genossen.
Während er in verschiedenen Anstellungen im Schuldienst arbeitete, machte er sich parallel einen Namen als Künstler und erhielt für seine Arbeiten auch Auszeichnungen. Früh wurde Brandt zum Wehrdienst eingezogen, kämpfte im Zweiten Weltkrieg als Soldat und wurde mit seiner Familie 1946 aus seiner Heimat vertrieben. Zuflucht fand Brandt im Frankenland. Ab 1951 lebte er in Kitzingen am Main und arbeitete dort am Gymnasium als Kunsterzieher. Brandt starb 1972 im Alter von 66 Jahren.
Friedrich Brandt war ein äußerst fleißiger Künstler. Nach dem Zweiten Weltkrieg führten ihn Studienreisen führten ihn durch halb Europa. Bekannt war er vor allem für Straßenansichten, Stillleben und Porträts. Sein vom Barock angehauchter Stil war gekennzeichnet durch kräftige Farben, Üppigkeit der Motive und eine naturgetreue, detaillierte Malweise.
Durch verwandtschaftliche Beziehungen lernte er die Stadt Buchen kennen und schätzen. Besonders angetan war er von den verborgenen Winkeln und den heimeligen Straßenzügen der badischen Kleinstadt, die er vielfach malte und dadurch die städtebauliche Entwicklung in seinen Gemälden festhielt.