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Blühende Bäume in Buchen

Friedrich Brandt - Haus Hauk

1949
Öl auf Leinwand
Stadt Buchen

Der markante, idyllische Türeingang wurde von Künstlern gerne als Motiv von Malern gewählt. Friedrich Brandt - mit seinem feinen Gespür für unaufdringliche Kleinode - malte diesen gar mehrfach. 1949 fokussierte er sich auf den Gebäudeausschnitt als solches. Keine Menschen oder Tiere stören in dem kleinen Ölbild die ruhige Kleinstadtidylle. 

Ursprünglich befand sich der gotische Türstock am sogenannten Haus Hauk (heute Metzgerei Herkert) in der Kellereistraße. Das Gebäude wurde 1507 errichtet und war eines der ältesten Fachwerkhäuser in der Buchener Altstadt. Bei der umfangreichen Restaurierung in den 1970er Jahren, bei der nur die Fachwerkfassade erhalten werden konnte, wurde der Türstock, der zeitweise im Bezirksmuseum gelagert worden war, wieder eingebaut und diente nun als Schaufenster. Heute befindet er sich an der Südseite des Gebäudes, hat aber keine Funktion mehr.

 

Brandt - Haus Hauk (Foto: Stadtarchiv Buchen)

Der Künstler

Friedrich Brandt wurde 1906 in Südmähren geboren. Er studierte zunächst an der Technischen Hochschule Brünn Architektur und Hochbau. Im Anschluss ging er in Prag an die Akademie der Bildenden Künste, wo er Meisterschüler von Professor Franz Tiele wurde. Den Abschluss fand sein akademischer Werdegang an der Karls-Universität mit dem Studium der Pädagogik und der Zeichenlehrer-Prüfüng. Damit hat Brandt eine umfangreiche künstlerische Ausbildung genossen.

Während er in verschiedenen Anstellungen im Schuldienst arbeitete, machte er sich parallel einen Namen als Künstler und erhielt für seine Arbeiten auch Auszeichnungen. Früh wurde Brandt zum Wehrdienst eingezogen, kämpfte im Zweiten Weltkrieg als Soldat und wurde mit seiner Familie 1946 aus seiner Heimat vertrieben. Zuflucht fand Brandt im Frankenland. Ab 1951 lebte er in Kitzingen am Main und arbeitete dort am Gymnasium als Kunsterzieher. Brandt starb 1972 im Alter von 66 Jahren.

Friedrich Brandt war ein äußerst fleißiger Künstler. Nach dem Zweiten Weltkrieg führten ihn Studienreisen führten ihn durch halb Europa. Bekannt war er vor allem für Straßenansichten, Stillleben und Porträts. Sein vom Barock angehauchter Stil war gekennzeichnet durch kräftige Farben, Üppigkeit der Motive und eine naturgetreue, detaillierte Malweise.

Durch verwandtschaftliche Beziehungen lernte er die Stadt Buchen kennen und schätzen. Besonders angetan war er von den verborgenen Winkeln und den heimeligen Straßenzügen der badischen Kleinstadt, die er vielfach malte und dadurch die städtebauliche Entwicklung in seinen Gemälden festhielt.