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Blühende Bäume in Buchen

Die Künstler

Insgesamt formierten sieben Künstler aus drei verschiedenen Ländern die Hollerbacher Malergruppe. Sie alle unterschieden sich voneinander innerhalb ihrer Biografie und ihres Charakters.

In den wenigen Jahren des Bestehens des losen Künstlerbundes prägten die Hollerbacher die Kunst des Badischen Odenwaldes nachhaltig. Als sich ihre Wege trennten, nahmen auch ihre weiteren Lebenswege ganz unterschiedliche Richtungen. Zwar gelang keinem von ihnen der große Sprung in die Kunstgeschichte, bleibende künstlerische Spuren hinterließen sie dennoch.

Franz Wallischeck (1865-1941)

Ohne Franz Wallischeck wäre der Künstlerort Hollerbach nie entstanden. Der erste Hollerbacher war ein Einsiedler und Sonderling, der vor der modernen Industriegesellschaft aufs Land flüchtete. Das Schicksal spülte ihn aber nur zufällig in den östlichen Odenwald.

Wallischeck wurde am 3. Dezember 1865 in Wiesloch als Sohn eines Kirchen- und Dekorationsmalers geboren. Trotz des familiären Hintergrunds erlernte er zunächst den Beruf des Innendekorateurs. Erst 1888 begann er ein Studium an der Kunstakademie Karlsruhe. Nach Studienreisen in die Städte Rom, Paris und London richtete er sich in Karlsruhe ein dauerhaftes Atelier ein, das er für den Rest seines Lebens behalten sollte. 1897 bekam er den Auftrag die Mudauer Kirche auszumalen, was ihn natürlich auch in Kontakt mit der Gegend rund um das kleine Dorf Hollerbach brachte. Kurze Zeit nach der Fertigstellung seiner Auftragsarbeit 1898 pachtete der passionierte Jäger die Jagd in Hollerbach und verbrachte zunächst die Sommer in dem badischen Odenwalddörfchen. Später richtete er seinen dauerhaften Wohnsitz in Hollerbach ein.

Trotz seines introvertierten Wesens war Franz Wallischeck Teil der Karlsruher Kunstszene. Dadurch und besonders nach der Zusammenkunft der Hollerbacher Maler lernte er die Maltechnik Wilhelm Trübners kennen, die ihn stark beeindruckte und die er nachahmte. Dennoch entwickelte er eine eigene Ausdrucksform, die geprägt war von weichen Konturen und mehr Farbigkeit. Der Hollerbacher Naturraum und die bäuerliche Gesellschaft war das vorherrschende Thema seiner Kunst, die Motive hatten oft lokalen Charakter - die Odenwälder Landschaft und deren Bewohner, immer wieder auch Stillleben. Sein Werk bleibt im Ganzen aber recht widersprüchlich. Da der Maler seine Bilder selten datierte, wird eine Einordnung zudem erschwert. 

Franz Wallischeck strebte nicht nach Anerkennung und mied die große Bühne. Seine Kunst blieb wie der Künstler selbst zeitlebens unbekannt. Erst Jahre nach seinem Tod 1941 in Karlsruhe fand der erste Hollerbacher die ihm gebührende Anerkennung.

 

Wallischeck - Selbstbildnis (Repro Bezirksmuseum Buchen)


Grimm - Selbstporträt (Repro: Bezirksmuseum Buchen)

Arthur Grimm (1883-1948)

Arthur Grimm war einer der großen badischen Maler der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Mit seiner Mudauer Heimat blieb er - vielleicht auch etwas unfreiwillig - eng verwurzelt, was sich auch in der eher geringschätzigen Bezeichnung Odenwaldmaler widerspiegelt. Grimm war aber vielmehr ein äußerst talentierter und vielseitiger Maler und ist heute der Bekannteste innerhalb der Gruppe der Hollerbacher Künstler.

1883 in Mudau als Sohn des dortigen Lehrers geboren, wuchs Arthur Grimm im badischen Odenwald behütet und naturnah auf. Bereits in jungen Jahren zeichnete und malte er leidenschaftlich. 1898 beobachtete er den Maler Franz Wallischeck beim Ausmalen der Mudauer Kirche und stibitzte diesem in dessen Mittagspause ein Quantum seiner Farben und rührte zuhause mit Salatöl Farben fürs eigene Schaffen an. Sein Wunsch, Maler zu werden, erfüllte sich aber zunächst nicht. Auf Weisung der Eltern sollte er dem Vater folgen und Lehrer werden. Nach der dreijährigen Ausbildung zum Volksschullehrer in Karlsruhe arbeitete Grimm 1902 für kurze Zeit als Unterlehrer in Heitersheim bei Freiburg, ließ sich dann aber an der Kunstgewerbeschule in Karlsruhe zum Zeichenlehrer ausbilden. Auch in diesem Beruf wirkte Grimm nicht lange. 1907 trat er freiwillig aus dem Staatsdienst aus und widmete sich nun vollständig der Malerei.

An der renommierten Kunstakademie Karlsruhe besuchte er zunächst die Zeichenklasse von Ludwig Schmid-Reutte. Sein wichtigster Lehrer wurde jedoch Wilhelm Trübner, dessen Meisterschüler er für mehrere Jahre war. 1908 unternahm der junge Künstler alleine eine erste Studienreise nach Paris. 1911 folgte eine weitere Reise mit seinem Freund Burckhardt durch die Schweiz. 1913 kehrte er zurück nach Paris, mit dabei war seine Frau Stephanie Brenner, die er kurz zuvor geheiratet hatte.

In die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg fielen auch Grimms Hollerbacher Jahre. Bereits 1905 kam es zu einem Treffen mit Wallischeck, das den Impuls für den Künstlerort Hollerbach geben sollte. Grimm nahm in der Folge Studienfreunde mit in den badischen Odenwald, ab 1908 kam es regelmäßig zu längeren Aufenthalten in Hollerbach. Gemeinsam wurde gemalt, Sport getrieben, der Jagd gefrönt oder einfach in der umliegenden Natur gelustwandelt.

"Der Abschied jedoch war mir, als ob ich auch Abschied von einer Zeit nähme, die jetzt ihr Ende gefunden hat. Denn das war mir klar - ein Krieg bringt nichts Gutes." Mit diesen Worten beschrieb Grimm die Umbruchszeit bei Beginn des Ersten Weltkrieges in seinen Lebenserinnerungen Erlebnisse und Betrachtungen eines Malers, der klugen Selbstreflexion Grimms. Durch den Kriegsausbruch im Sommer 1914 wurden diese unbeschwerten Tage jäh ein Ende bereitet. Grimm wurde sogleich zur Armee eingezogen, kämpfte in Frankreich, war zeitweise verantwortlich für ein Gefangenenlager und diente aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes zuletzt in der Postüberwachnungsstelle in Karlsruhe.

Nach dem Ende seines Kriegsdienstes lebte Arthur Grimm mit seiner Frau und den drei Kindern Alix, Dieter und Florian in Karlsruhe und im Schloss Sennfeld, in dem er bereits 1915 einige Räume angemietet hatte. Später folgte der Umzug nach Baden-Baden. In dieser Zeit war Grimm viel auf Reisen. Gemeinsam mit seiner Frau besuchte er Italien und Frankreich. Ende der 1920er Jahre kam dann die große persönliche Krise. Die Trennung von seiner Frau Stephanie und finanzielle Probleme zwangen den Künstler, seine Werke schnell zu veräußern. Anfang der 1930er Jahre kehrte er in den Odenwald und in seinen Geburtsort Mudau zurück. Hier lebte Grimm recht bescheiden und einfach - zunächst zur Miete, ab 1934 in einem neu errichteten kleineren Häuschen. Durch Unterstützer wie Emil Baader wurde er im badischen Frankenland wieder bekannt. Sein Geburtsort ernannte ihn 1934 zum Ehrenbürger. Seine Werke verkaufte er größtenteils an die einfachen Odenwälder in seiner Umgebung, wodurch er das Nötigste zum Leben und zum Weiterarbeiten hatte.

Als empfindsamer Beobachter kartografierte Grimm die Lage der deutschen Nation mit ihrer brodelnden Unzufriedenheit, hitzigen Fahrigkeit und allgemeinen Verwirrung recht gut. Den Zeitgeist betrachtete er als zerstörerisch, die gesellschaftlichen Veränderungen als Gift. Seine Hoffnungen legte auch Grimm begeistert in die NSDAP, bei der er Überschneidungen fand - Betonung der Natur und Heimatliebe sowie eine verklärte Rückbesinnung auf das einfache Volksleben. Fälschlicherweise empfand er die nationalsozialistische Bewegung beseelt von einem "ideale[n] große[n] Friedenswille[n]" und erkannte nicht, was die NSDAP tatsächlich war - eine Partei des Hasses. Grimm selbst schrieb im Nachwort des Ersten Bandes seiner Erlebnisse und Betrachtungen, dass die "Ereignisse, die auf das Jahr 1933 folgten, weder [seine] Lebensauffassung noch [seine] Lebenslinie" verändert hätten - eine wohl rein subjektive, im Nachhinein verklärte Sicht. Bis 1933 war der Künstler Arthur Grimm tatsächlich vollkommen unpolitisch. Bereits 1933 trat er aber in die NSDAP ein. Neben seiner Begeisterung zeigte er durchaus Sendungsbewusstein und engagierte sich für die NSDAP im kulturellen Bereich seiner Odenwälder Heimat. In zwei Vorträgen, die er in Mudau und in Buchen vor größerem Publikum gehaltet hat und die erhalten geblieben sind, sind deutliche Einsprenkelungen von nationalsozialistischem Duktus zu erkennen. Erst zum Ende der 1930er Jahre wurde Grimm zunehmend skeptischer. Ablehnend stand er der Entwicklung der deutschen Kunst gegenüber, deren Bilder für ihn "blechern, kalt und nur wenige warm" waren. Der zweite Punkt betraf "die rohe und dumme Verfolgung der Juden". Die endgültige Abkehr kam bei Kriegsbeginn. Grimm war - wie viele Künstler - ein außgesprochener Kriegsgegner. "Ein kultivierter Mensch muß den Krieg verachten als einen Wahnsinn gegen alle Sitte und Naturgesetzlichkeit.", schrieb er in den Erlebnissen und Betrachtungen. Der Krieg nahm ihm dann noch den geliebten Sohn Dieter, der im Juli 1942 als Soldat an der Ostfront fiel.

Als die US-amerikanischen Streitkräfte in den badischen Odenwald vorrückten, versteckte sich Grimm mit seiner Tochter Alix in einem Erdloch im Wald. Von den Zerstörungen in Mudau blieb sein Haus verschont. Zunächst konnte Grimm unbehelligt von der Besatzungsmacht in seinem Häuschen leben und mit den Soldaten fast freundschaftlich interagieren. Ende August 1945 wurde der Künstler jedoch aufgrund seiner Tätigkeit für für Partei verhaftet und kam ins Gefängnis nach Adelsheim. Es folgte die Internierung in mehreren Lagern, zuletzt wurde er ins Interniertenkrankenhaus nach Bad Mergentheim verlegt, von wo er am 17. August 1946 entlassen wurde. Sein Fall kam, wie viele andere, vor die Spruchkammer in Buchen.

Nach seiner Rückkehr fand er sein Haus beschlagnahmt und von einer siebenköpfigen Familie bewohnt, sein Atelier war leer geräumt. Schwer erschüttert musste er zeitweise Zuflucht bei seiner Schwester suchen. Kurze Zeit später starb er am 23. Februar 1948 in Mudau.

Arthur Grimm war ein durchaus fleißiger Maler. Seine Motive waren oft landwirtschaftlicher Art, er war aber auch ein erfolgreicher Porträtist und Stilllebenmaler. Immer blieb er gegenständlich in seiner Kunst. Schnell wurde die Kunstwelt auf den Badischen Odenwälder aufmerksam. Er erhielt mehrere Preise und konnte einige Werke für gutes Geld verkaufen. Der Höhepunkt seines Schaffens kann in die Mitte der 1920er Jahre verortet werden. Kurze Zeit darauf verlor er seine Selbstsicherheit und büßte deutlich an künstlerischer Qualität ein. Die Gründe dieser Veränderung liegen in seiner persönlichen Biografie. Auf die Trennung von seiner Frau folgte der Rückzug ins Vertraute. Im Odenwald war Grimm kaum noch gefordert und seine Kunst stagnierte. Er selbst übte immer eine schonungslose, ehrliche Selbstkritik. In seinem eigens verfassten Werkverzeichnis notierte er von fast Tausend Gemälden nur 47, die als unverkäuflich in familiären Besitz bleiben sollten. Sein Leben sezierte er genauso - offen und ehrlich. Seine Erlebnisse und Betrachtungen sind auch deshalb äußerst lesenswert.

Wilhelm Guntermann (1887-1976)

In Kunstkreisen wird besonders Guntermanns Frühwerk geschätzt, das größtenteils an seinem langjährigen Wohnsitz in Hollerbach entstand. Beeinflusst waren seine Arbeiten vor allem durch seine Lehrer an der Karlsruher Akademie. In seinem Spätwerk verlor er aber die erfrischende Spontanität und ersetzte sie durch seine gewachsene Routine. Da er seine Werke selten auf Kunstausstellungen präsentierte, blieb er zu Lebzeiten relativ unbekannt. Zwei Jahre nach seinem Tod wurde ihm zu Ehren eine Gedenkausstellung in Buchen gezeigt, die ihn zumindest im regionalen Kreis der Stadt Buchen fest verankerte.

Wilhelm Guntermanns Weg zum Maler war nicht vorgezeichnet. 1887 in der Stadt Bensheim an der Bergstraße als Sohn eines wohlhabenden Kaufmanns geboren war seine Lieblingsbeschäftigung als Kind zwar das Zeichnen, auf Wunsch des Vaters musste er aber zunächst eine Kaufmannslehre absolvieren. Erst widerwillig stimmten seine Eltern dem kostspieligen Kunststudium zu, als einige seiner eingereichten Arbeiten vom Karlsruher Professor Wilhelm Trübner mit höchstem Lob bewertet wurden.

In Karlsruhe, wo er bis 1916 als Meisterschüler Trübners an der Kunstakademie studierte, freundete er sich schnell mit dem Odenwälder Arthur Grimm an. Gemeinsam reisten sie 1907 nach Hollerbach und begründeten dadurch den Künstlerort. Neben Franz Wallischeck hielt auch Guntermann nach der Auflösung des Künstlerbundes dem Dorf Hollerbach die Treue. Bereits 1914 wurde das Odenwalddörfchen zu seinem ständigen Wohnsitz. Dort heiratete er die wohlhabende, auch als Malerin tätige Liesel Ravenstein, die er durch Grimm kennengelernt hatte, und baute mit ihr gemeinsam zwischen Hollerbach und Oberneudorf abseits der Straße ein größeres Landhaus, das im Hollerbacher Volksmund nur die Villa und später Hollerhaus genannt wurde. Die Familie Guntermann lebte sehr abgeschieden von der dörflichen Bevölkerung, widmete sich der Malerei und kostspieligen Sport- und Freizeitaktivitäten. Ende der 1920er Jahre scheiterte die Ehe und Wilhelm Guntermann verließ den Odenwald.

Im darauffolgenden Jahrzehnt unternahm Guntermann einige Studienreisen nach Italien, Holland, Belgien und Frankreich. 1938 ließ er sich in Bad König nieder. Zuletzt lebte und arbeitete er in Darmstadt, wo er bis ins hohe Alter vor seiner Staffelei stand.

 

Guntermann - Selbstporträt (Repro: Stadtarchiv Buchen)

 

Coste - Selbstbildnis (Repro: Bezirksmuseum Buchen)

Waldemar Coste (1887-1944)

Waldemar Coste war ein außerordentlich reflektierter Künstler, der seine Werke oft mit Texten begleitete. Die Kunst betrachtete er als ein Handwerk, dem aber immer etwas Geistiges beigelegt werden müsse.

Coste wurde 1887 in Kiel geboren, seine Kindheit und Jugend verbrachte er aber größtenteils in Frankfurt am Main. Dort begann er auch am Städelschen Kunstinstitut zu studieren, wechselte aber bereits 1908 nach Karlsruhe. Arthur Grimm animierte ihn schließlich nach Hollerbach zu kommen, wo er einige seiner schönsten Frühwerke schuf. Als Motiv wählte er gerne Schluchten und Waldstillleben. Ob er das kleine Odenwalddorf und seine Umgebung porträtierte ist jedoch unbekannt. Coste hielt die Erlebnisse seiner Aufenthalte im Badischen Odenwald in einem Skizzenbuch fest, wovon er noch Jahre später profitierte. In den Jahren 1910 und 1911 unternahm er eine längere Studienreise, die ihn durch die Niederlande, Belgien, Frankreich, Griechenland und Spanien führte. Im Anschluss ließ er sich wieder in Frankfurt am Main nieder, wo er die nächsten beiden Jahrzehnte lebte und arbeitete. 1925 reiste er mit Ejner Quaade durch Dänemark. Um 1930 siedelte er nach Glinde bei Hamburg über, wo er 1944 auf dem Höhepunkt seines Schaffens verstarb. 

Coste war zu Lebzeiten ein durchaus geachteter Landschafts- und Architekturmaler. Davon zeugen auch seine Ausstellungen, die im ganzen Deutschen Reich und darüber hinaus seine Werke einem breiten Publikum präsentierten. Durch einen Aufenthalt in Florenz im Jahr 1930 erlernte er die Freskenmalerei, die ihm zudem lukrative Aufträge bescherte. In seinem künstlerischen Schaffen löste er sich langsam, aber schlussendlich endgültig von den Lehren Wilhelm Trübners, sodass dessen Einfluss in späteren Werken nicht mehr zu erkennen ist. Als er Ende der 1930er Jahre auch mit der freskenhaften Ölmalerei brach, wurden seine Bilder heller und reduzierter. Eine nüchterne Sachlichkeit und kühle Stofflichkeit herrschte nun vor.

Rudolph Wilhelm Burckhardt-Kestner (1888-1974)

Burckhardt, der stets Suchende und Zweifelnde, hat zeitlebens vergeblich versucht, einen eigenen künstlerischen Stil zu finden und auszugestalten. Sein Gesamtwerk lässt sich dadurch kaum in einen Rahmen spannen. Typisch für den begabten Schweizer Künstler war der vorstehende Drang, sich nicht auf eine Ausdrucksart fixieren zu wollen oder zu können, sondern sich in allen Möglichkeiten zu versuchen. Trotz des auffallenden Misstrauens gegenüber seinem eigenen Schaffen weisen seine Arbeiten eine hohe Qualität auf. Seine Zeichnungen, Aquarelle und Gemälde wirken immer ruhig, harmonisch und gepflegt.

Geboren 1888 als Sohn eines Bankiers in Basel, wuchs Burckhardt behütet in einem Anwesen im Basler Villenviertel Gellert auf. Mit 20 Jahren fing er 1908 ein Kunststudium an der Gewerbeschule Basel an, wechselte aber bereits nach wenigen Monaten an die Kunstakademie in Karlsruhe. Der Wechsel brachte den Schweizer in Kontakt mit den "Hollerbachern" und führte ihn 1909 erstmals in den badischen Odenwald. Mit Arthur Grimm unternahm er 1910 eine längere Studienreise in die Schweiz. Burckhardt dürfte wohl nur für wenige Jahre enger mit der Künstlergruppe verbunden gewesen sein. Die Kurzaufenthalte in Hollerbach nutzte er vor allem für Zeichnungen. Vor dem Ersten Weltkrieg studierte er für knapp drei Jahre an der Académie Ranson in Paris. Nach dem Weltenbrand unterbrach er - aus finanziellen Gründen und wohl auch aufgrund eigener Zweifel - die Arbeit als Maler, die er erst Anfang der 1920er Jahre wieder aufnahm. Danach hatte Burckhardt durchaus Erfolg. Besonders Anfang der 1930er Jahre hatte er in der Schweiz mehrere größere Ausstellungen. Nach einem langen Leben verstarb der Hollerbacher aus der Schweiz 1974 in Pully bei Lausanne.

 

 

Burckhardt - Foto (Repro Bezirksmuseum Buchen)

 

 

Quaade - Foto (Repro: Bezirksmuseum Buchen)

Ejner Quaade (1885-1966)

Der Däne Ejner Quaade war ein sehr naturverbundener Mensch, was sich auch in seiner Kunst widerspiegelte. Angespornt durch sein gärtnerisches Talent pflanzte er in Hollerbach um das Gasthaus Engel herum auch mehrere Bäume. Als Weinkenner war er Stammgast im Weißen Roß in Buchen. In seiner Hollerbacher Zeit, wo er ab 1911 für einige Jahre arbeitete, malte er vor allem Talpartien und Bäume.

Quaade wurde 1885 in Dänemark als Sohn eines Kaufmanns geboren. Ab 1904 lebte er in Deutschland und studierte zunächst in München. Es folgte 1911 der Wechsel nach Karlsruhe und seine Hollerbacher Zeit. Mit Waldemar Coste blieb er auch nach der Auflösung der Hollerbacher Gruppe eng verbunden. Mitte der 1920er Jahre bereisten beide Künstler gemeinsam fast ganz Dänemark. Nach einem Leben auf Wanderschaft fand er im hohen Alter ein Zuhause in Silkeborg in seiner dänischen Heimat, wo er 1966 starb.

Als durchaus begabter Landschafts- und Stilllebenmaler blieb Quaade zeitlebens unbekannt und auch nach seinem Tod war ihm keine größere Aufmerksamkeit vergönnt. Bis heute findet sich sein Name in keinem bedeutenden Künstlerlexikon. Als Motive für seine Bilder wählte der Naturfreund oft wenig spektakuläre, unauffällige Landschaftsausschnitte. Um einen reizvollen Stimmungsmoment zu schaffen, positionierte er gerne Baumgruppen im Kontrast zu einem offenen Ausblick mit hohem Himmel. Bei seinen Stillleben hob er die sorgfältige Modellierung durch starke Lichtreflexe besonders hervor.

 

Harold Bruntsch (1891-1959)

Der Deutsch-Amerikaner ist zweifelslos der große Unbekannte in der Gruppe der Hollerbacher Maler. Nur wenige Informationen haben sich über ihn erhalten.

Harold Bruntsch wurde in San Francisco geboren. Vermutlich hat er dort in gewisser Weise auch eine künstlerische Ausbildung genossen. Nach Deutschland dürfte er zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch seine Schwester Margarethe gekommen sein, die damals als hochbegabte Altistin am Badischen Hoftheater in Karlsruhe wirkte.

Es war wohl unausweichlich, dass Bruntsch in der Kunst- und Kulturszene von Karlsruhe auch auf die Hollerbacher traf, die ihn dann um das Jahr 1911 in den Badischen Odenwald einluden. Der Einladung ist der 20-Jährige gerne gefolgt, hat die Zeit in Hollerbach aber weniger zum Malen genutzt. Arthur Grimm schrieb in seinen Lebenserinnerungen, dass Bruntsch in Hollerbach viel Sport trieb und und auch die Leichtathletik nach olympischen Regeln in die Gruppe einführte. Ansonsten dürfte er das kleine Dörfchen einfach zur Sommerfrische genutzt haben.

Über den weiteren Lebensweg von Bruntsch ist ebenfalls nichts Weiteres bekannt. Irgendwann scheint er nach Amerika zurückgekehrt zu sein. Er starb 1959 in seiner Geburtsstadt San Francisco.

 

 

1911 malte Arthur Grimm seinen amerikanischen Freund Harold Bruntsch. (Repro: Stadtarchiv Buchen)