Wilhelm Guntermann - Blick auf Hollerbach mit Kirche
undatiert
Öl auf Leinwand
Bezirksmuseum Buchen Inv.-Nr. 8542
Die Hollerbacher Kirche hat weit über das Dorf hinaus eine regionale Bedeutung. Im Mittelalter diente die Pfarrei als Ausgangspunkt für die Erschließung des östlichen Odenwaldes. Aufgrund von Dorfneugründungen wuchs die Pfarrei zeitweise auf bis zu 25 Filialorte an, wobei die Gläubigen teilweise einen Fußweg von vier Stunden zu bewerkstelligen hatten. Im 15. Jahrhundert trennten sich immer mehr Filialorte von Hollerbach ab, sodass die Blütezeit der Mutterkirche des Odenwaldes endete.
Markant für das Ortsbild bleibt bis heute die Ende des 18. Jahrhunderts neu errichtete Kirche St. Johannes der Täufer. Guntermann malte den Renaissance-Bau in den Wintermonaten, vermutlich irgendwann zwischen 1914 und 1929 als er in Hollerbach seinen ständigen Wohnsitz hatte. Die Landschaft gestaltete er karg und leblos, Braun- und Dunkelgrüntöne beherrschen die untere Bildhälfte. Davon heben sich dezent die Pfarrkirche mit ihrer hellen Fassade sowie der dunkelblaue, wolkenlose Himmel ab.
