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Blühende Bäume in Buchen

Rudolph Burckhardt - Dame und mystische Gestalten auf Diwan

1914
Aquarell
Bezirksmuseum Buchen Inv.-Nr. 8334

Der Titel Dame und mystische Gestalten auf Diwan erscheint doch recht irreführend. Unweigerlich drängt sich die Frage auf, wer von den abgebildeten Personen die mystischen Gestalten sein sollen und was für eine Art Wesen gemeint sein könnten. Auch ein Diwan ist schwerlich zu erkennen.

Burckhardt positionierte in seinem Aquarell drei Personen in ein orientalisch anmutendes Ambiente. Ein großes Fenster dominiert die obere Bildhälfte, das von mehreren Vorhängen teils bedeckt wird. Die Wand, die am rechten Bildrand erscheint, ist ebenfalls in verschiedenen, mosaikartigen Mustern gestaltet. In der unteren Bildhälfte liegen verstreut unzählige Teppiche in unterschiedlichen Farben und Mustern - darunter auch eine ritterliche Turnierszene und Tier- und Menschenkörper in Gestalt einer frühzeitlichen Höhlenmalerei. Auf dieser textilen Liegewiese finden sich nun die drei Personen - eine liegende und eine sitzende Frau sowie ein skelettartiger Greis.

Was wollte Burckhardt mit den drei Figuren ausdrücken? Symbolisieren sie drei verschiedene Gesellschaftsschichten? Denkbar wäre auch, dass der Künstler in den drei Figuren die einzelnen Lebensabschnitte verkörperte. Die Jugend befasst sich liegend vor allem mit dem eigenen Selbst und dem schönen Äußeren, während die reifere Frau sitzend über ihr Sein und das Leben nachdenklich reflektiert. Der sitzende Greis bzw. Greisin ist vom Alter gezeichnet, hebt aber mahnend die Hand zu seinen Vorgänger-Ichs. Eingebettet sind sie alle in eine chaotische, vielfarbige und vielfältige, immer aber fortschreitende Welt.

Burckhardt - Dame und mystische Gestalten auf dem Diwan (Foto: Stadtarchiv Buchen)