Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen
Blühende Bäume in Buchen

Das Erbe

Nach der Auflösung der Künstlervereinigung bei Beginn des Ersten Weltkrieges gerieten die Hollerbacher schnell in Vergessenheit. Trotz der großen Begabungen der einzelnen Künstler gingen weder die Gruppe noch eines ihrer Mitglieder in die großen Annalen der Kunstgeschichte ein. Auch regional wurde es still um den Künstlerort Hollerbach. Lediglich die Maler Wallischeck, Guntermann und vor allem der Einheimische Grimm blieben mit der Buchener Region noch länger verwurzelt, erhielten aber dennoch nicht die große Aufmerksamkeit.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt Arthur Grimm kurz nach seinem Tod die Ehre einer Gedächtnisausstellung bei den Heimattagen 1948 in Buchen. 1978 wurde auch für Wilhelm Guntermann eine Gedenkausstellung in Buchen gezeigt. Es sollten aber 75 Jahre seit dem ersten Treffen von Grimm und Wallischeck vergehen, bis die Künstler als Gruppe eine größere Aufmerksamkeit erfahren sollten. Als Teil der Veranstaltungsreihe zum Stadtjubiläum 700 Jahre Stadt Buchen organisierten Stadt und Bezirksmuseum eine größere Ausstellung in den Räumen des Museums. Die Bilder stammten damals größtenteils aus Privatbesitz und wurden in einem umfangreichen Ausstellungskatalog vorgestellt. Im Anschluss fanden immer wieder Sonderausstellungen zu der Hollerbacher Malerkolonie statt, oftmals im Bezirksmuseum oder auch im Kulturforum Vis-à-Vis. Die Ausstellung im Neuen Rathaus Buchen ist hingegen die bisher einzige Dauerausstellung.

Vielseitig wurde das 100-jährige Jubiläum im Jahr 2005 begangen. Neben einer klassischen Gemäldeausstellung im Bezirksmuseum verwandelte sich Hollerbach in den Sommermonaten wieder in einen echten Künstlerort. Unter Führung des Kunstvereins Neckar-Odenwald entstand das temporäre Kunstprojekt Skulpturen im Tal mit Werken von neun namhaften Künstlern wie Gertrude Reum und Rolf Hamleh. Der Kunstverein kooperierte damals auch mit der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe und lud Studentinnen und Studenten nach Hollerbach ein, um dort wie die Künstler vor 100 Jahren zu leben und zu arbeiten. Die Ergebnisse wurden anschließend mit Bildern von regionalen Kunstschaffenden in der Röckel-Scheune präsentiert.

Hundert Jahre Hollerbacher Malerkolonie ist auch der Titel einer Skulptur von Rolf Hamleh, die zusammen mit einer Informationstafel in der Dorfmitte, gegenüber des Gasthauses Zum Engel, dauerhaft an die Künstlergruppe erinnert. Das Gasthaus ist hingegen das einzige zeitgenössische Relikt in Hollerbach. Das Wirtshaus war der Mittelpunkt von geselligen Treffen der Künstler, die ihre Ausstände nicht selten mit Bildern oder dem Ausmalen der Gasträume bezahlten.

Die Werke der Hollerbacher Maler befinden sich wohl zum überwiegenden Teil in Privatbesitz. Kleinere Sammlungen sind im Besitz der Kommunen Buchen und Mudau sowie der Volksbank Franken. Mit rund 300 Gemälden und Zeichnungen hat das Bezirksmuseum Buchen die größte Sammlung, die erst lange Zeit nach dem Krieg aufgebaut und erst mit der Wiederentdeckung in den 1970er bzw. 1980er Jahren intensiviert wurde. Das Museum ist zudem im Besitz von persönlichen Zeugnissen des Mudauer Malers Arthur Grimm, wie dessen Werkverzeichnis, und ist heute - neben dem Heimat- und Verkehrsverein Mudau in Bezug auf Arthur Grimm - der Garant, dass die Hollerbacher nicht erneut in Vergessenheit geraten.