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Blühende Bäume in Buchen

Kompromiss beim Gänsmarsch gefunden

Ein Streit ist grundsätzlich nichts Schlimmes. Wenn, bevor es garstig wird, alle an einen Tisch sitzen, jeder seine Sicht der Dinge darlegen kann und am Ende ein Kompromiss gefunden wird. So wie das jetzt in der „causa Gänsmarsch“ geschehen ist.

Nachdem die Stadtverwaltung gemeinsam mit der Narrhalla aus Gründen der Risikominimierung eine Verlegung des Zugweges verkündet hatte, regte sich Widerstand. Insbesondere die „Habakra“, die Handballkrachkapelle, sah die altehrwürdige Tradition durch die Umverlegung in großer Gefahr und startete medienwirksam eine online-Petition, um Unterstützer zu finden. In kurzer Zeit haben sich nach Aussage von Roland Schmitt von der HaBaKra knapp 600 Menschen angeschlossen.

Leserbriefe befeuerten den Diskurs. Bis Bürgermeister Roland Burger jetzt an einen runden Tisch gebeten hat. Dabei wurde sehr schnell deutlich, dass zwei Wünsche die Vertreter der Stadt, der Narrhalla und der HaBaKra einen: Der Gänsmarsch soll unbedingt auch auf lange Sicht erhalten bleiben. Und er soll so sicher wie möglich stattfinden können.

Genau hier knüpfte Bürgermeister Roland Burger – übrigens nicht in Reimform - an. In der Folge des Überfahrattentats auf dem Berliner Breitscheidplatz im Jahr 2016 und vieler Nachahmertaten sei das Gebot der Stunde die  Risikominimierung. Und die sei für Fussgruppen mit einer Verlegung des Zugweges weg von der aufwändig zu sichernden Walldürner Straße mit ihren vielen Zufahrtsstraßen hin in die verwinkeltere Altstadt nun mal besser zu erreichen. Was im Übrigen beim Rosenmontagsumzug mit den vielen großen Wagen und deutlich mehr Zuschauern vergleichbar nicht möglich sei. „Weder die Narrhalla als in der Verantwortung stehender Veranstalter noch wir als Stadt, die wir gerne unterstützen und als Ortspolizeibehörde ebenfalls mit im Boot sind, wollen die für Buchen so typischen Faschenachtstraditionen gefährden. Das Gegenteil ist der Fall; wir wollen die Durchführung nachhaltig sichern.“

Klaus Fröbel, Roland Schmitt und Siggi Röckel von der HaBaKra akzeptierten diese Argumente, blieben aber bei ihrer Meinung, dass weder die Wilhelmstraße noch die Hochstadtstraße – wie vorgesehen – für den Gänsmarsch „taugten“: zu eng, zu steil, zu kleine Wendekurven für die Krähwinkler…. Was wiederum der Bürgermeister und Herbert Schwing sowie Uwe Ristl von der Narrhalla einsahen.

Gemeinsam fand man dann den Kompromiss: Der Gänsmarsch wird sich statt wie bisher auf dem Musterplatz im Museumshof aufstellen. Von dort geht es über die Kellereistraße in die Marktstraße, durch den Turm Am Bild vorbei in die Vorstadtstraße bis kurz vor den „Löwen“. Am dortigen Parkplatz löst sich der Zug über den Lohplatz bzw. den Spitalberg auf. Die Stadtkapelle wird, wie bisher auch, „Am Bild“, nachdem der Zug durch ist, den traditionellen musikalischen Abschluss gestalten.

Risiken jeder Art wird es natürlich auch hier geben. Aber die „gefühlte Sicherheit“ kann dadurch erhöht werden.  Nach der Kampagne will man sich zu einer Nachbetrachtung zusammensetzen, um