74722 Buchen (Odenwald)

Buchen im Odenwald

Eine Auswahl von bedeutenden Persönlichkeiten, die in Buchen geboren sind oder zeitweise hier in der Region gelebt haben:

von Buchein

(13. Jahrhundert, vermutlich aus Buchen)
Minnesänger, von ihm sind in der Manessischen Liederhandschrift fünf Lieder überliefert.

Andreas Frey

(geb. ca. 1547 in Buchen, gest. 1610 in Speyer)
Mutmaßlicher Verfasser des ältesten Buches über Dr. Faust von 1587.

Conrad Wimpina

(geb. ca. 1460 in Buchen, gest. 1531 in Amorbach)
Humanist und katholischer Theologe, 1506 Gründungsrektor der Universität Frankfurt/Oder „Viadrina“, Mitverfassser der „Confutatio“, der katholischen Entgegnung auf das Augsburger Bekenntnis der Protestanten 1530, Grabdenkmal in der Buchener Stadtkirche.

Bonifatius Wolfhart gen. Lycosthenes

(geb. ca. 1490 in Buchen, gest. 1543 in Weil der Stadt)
Reformatorischer Theologe in Basel, Straßburg und Augsburg.

Christoph Cornerus

(geb. 1518 in Buchen, gest. 1594 in Frankfurt/Oder)
Reformatorischer Theologe, Mitverfasser der Konkordienformel, Superintendent der Mark Brandenburg.

Gottfried Bessel

(geb. 1672 in Buchen, gest. 1749 in Göttweig)
Bedeutendster Abt des Stifts Göttweig in Niederösterreich, das er nach 1718 nach Plänen von Lukas von Hildebrand wiederaufbauen ließ. Mehrfach Rektor der Universität Wien, Verfasser der Göttweiger Chronik (Chronicon Gotwicense) mit wegweisenden Forschungen zur Urkundenlehre (deutscher Mabillon).

Joseph Martin Kraus

(geb. 1756 in Miltenberg, gest. 1792 in Stockholm)
Deutsch-schwedischer Komponist, verbrachte in Buchen zwischen 1761 und 1776 einen Großteil seiner Jugendjahre. Ab 1781 Hofkapellmeister im Dienst von König Gustav III. von Schweden.

Marianne Kraus

(geb. 1765 in Buchen, gest. 1838 in Erbach)
Malerin, Schwester des Komponisten Joseph Martin Kraus, Hofdame des Grafen von Erbach, Verfasserin eines Reisetagebuches „Für mich gemerkt auf meiner Reise nach Italien 1791“.

Franz Burghardt

(geb. 1803 in Buchen, gest. 1890 in Budapest)
Arzt, großer Wohltäter der Stadt Buchen, nach ihm ist das Burghardt-Gymnasium Buchen benannt.

Franz Sigel

(geb. 1824 in Sinsheim, gest. 1901 in New York)
General, verbrachte einen Teil seiner Jugendjahre in Buchen, 1848 Befehlshaber der badischen Revolutionstruppen, General der Nordstaaten im amerikanischen Sezessionskrieg.

Wilhelm Emelé

(geb. 1830 in Buchen, gest. 1905 in Freiburg)
Genre- und Historienmaler.

Ludwig Freiherr Rüdt von Collenberg

(geb. 1799 in Bödigheim, gest. 1885)
Badischer Außenminister von 1850 bis 1856.

Josef Eschelbacher

(geb. 1848 in Hainstadt, gest. 1916 in Berlin)
Rabbiner in Berlin, verfasste mit seinem Werk - Das Judentum und das Wesen des Christentums 1905 - die erste bedeutende Entgegnung auf jüdischer Seite zur Kontroverse mit Adolf von Harnack.

Josef Wittemann

(geb. 1866 in Buchen, gest. 1931 in Karlsruhe)
Jurist, Zentrumspolitiker, 1929 badischer Innenminister, 1931 badischer Staatspräsident.

Jakob Mayer

(geb. 1866  in Buchen, gest. 1939 in Buchen)
Mundart- und Heimatdichter, Verfasser u.a. des Fastnachtsliedes „Kerl wach uff“ und des Schützenmarktliedes, Förderer der Vereine und der Fastnacht. Nach 1933 als Jude verfemt in der Heimat, suchte er 1939 den Freitod. Nach ihm ist die Jakob-Mayer-Grundschule und der Jakob-Mayer-Platz benannt.

Wilhelm Schnarrenberger

(geb. 1892 in Buchen, gest. 1966 in Karlsruhe)
Maler, Professor an der Kunstakademie Karlsruhe, Vertreter der Neuen Sachlichkeit.

Ludwig Schwerin

(geb. 1897 in Buchen, gest. 1983 in Ramat Gan/Israel)
Maler und Buchillustrator in München und Berlin, floh 1938 aus Deutschland über die Schweiz nach Palästina, bedeutender israelischer Maler.

Juliana von Stockhausen

(geb. 1899 in Lahr, gest. 1998 in Ingelheim)
Schriftstellerin, lebte viele Jahre auf Schloss Eberstadt.

Johannes Vleugels

(geb. 1899 in Aachen, gest. 1978 in Buchen)
Komponist und Musikpädagoge, Begründer der Musiksammlung Vleugels im Bezirksmuseum Buchen.

Alexandra Röhl

(geb. 1899 in Friederikenruh/Ostpreußen, gest. 1976 in Buchen)
Malerin, Modistin und Schriftstellerin, 1920-1925 mit dem Bauhaus-Künstler Karl Peter Röhl verheiratet, lebte seit 1951 in Buchen, Verfasserin mehrerer Bücher („Duette mit ihm“, „Geflügelte über uns“), Nachlass im Bezirksmuseum Buchen.

Egon Eiermann

(geb. 1904 in Neuendorf bei Berlin, gest. 1970 in Baden-Baden)
Architekt, von Jugend an sehr verbunden mit Buchen, der Heimat seines Vaters, seit 1931 Atelier in Berlin, 1945 Flucht nach Buchen, seit 1947 Professor für Architektur an der TH Karlsruhe, bedeutende Bauten: Gedächtniskirche in Berlin, deutsche Botschaft in Washington, Abgeordnetenhochhaus in Bonn u.v.a., in Buchen 1946-1948 Siedlungen am Gückelberg und in Hettingen, 1962-1967 Erweiterungsbau des Hotels „Prinz Carl“, Grabstätte auf dem Buchener Friedhof.

Anselm Kiefer

(geb. 1945 in Donaueschingen)
Maler von internationalem Rang, wirkte bis 1993 mehrere Jahre in Buchen, das Bezirksmuseum Buchen besitzt von ihm als Dauerleihgabe das Bild „Der Eingeborene“ (1987).

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