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Buchen im Odenwald

IM MEHRGENERATIONENTREFF BUCHEN: Die Stadträte Anthea Fischer und Felix Pflüger halten einmal im Monat Sprechstunde für Junge und Junggebliebene.

Vor jeder Sitzung des Gemeinderats besteht samstags im Mehrgenerationentreff die Möglichkeit zum Austausch über politische Themen. Anthea Fischer und Felix Pflüger freuen sich über Besuch.

Die zwei jüngsten Mitglieder des Gemeinderats Buchen wollen auch andere für politische Themen begeistern. Im Mehrgenerationentreff stehen sie einmal im Monat Rede und Antwort und sind für Anregungen dankbar.

"Toll wäre ein Jugendgemeinderat in Buchen gewesen", so der 22-jährige Felix Pflüger, der für die SPD im Buchener Gemeinderat sitzt. Doch die Realität sah leider anders aus, das Interesse war einfach zu gering. "Wohl auch, weil die Jugendlichen das Gefühl hatten, nicht wirklich etwas bewegen zu können", so Anthea Fischer (20/Freie Wähler) gegenüber den FN. Also beschritten die beiden Stadträte gemeinsam mit CDU-Stadtrat Christian Schulze, der hauptsächlich im Hintergrund agiert, einen anderen Weg, um Jugendliche ab 14, aber auch ältere Interessierte, für politische Themen zu begeistern.

Eine Plattform musste geschaffen werden, die ein unkompliziertes Einbringen möglich macht. Eine Sprechstunde erschien sinnvoll - die Jugendlichen sollten die Möglichkeit bekommen, sich zu äußern. Junge Menschen, die sich über etwas ärgern, die eine bestimmte Frage rund um "ihre" Stadt haben oder einfach nur Kommunalpolitik mitgestalten möchten, sind mit ihrem Anliegen willkommen.

Idee entstand bei Klausurtagung

Entstanden ist die Idee zur Sprechstunde im Rahmen der Klausurtagung des Gemeinderates 2014. Als sie dann in die Praxis umgesetzt wurde - der Mehrgenerationentreff bot sich als Treffpunkt an - ließ die Akzeptanz jedoch zu wünschen übrig. Doch deshalb steckten die Stadträte den Kopf noch lange nicht in de Sand. Schulen wurden besucht, um sich vorzustellen und um dabei natürlich auch die Werbetrommel für diese Möglichkeit des Meinungsaustauschs zu rühren. Davon versprechen sich Fischer und Pflüger viel, "schließlich sitzt in den Schulen ein Großteil derer, die für die Teilnahme an der Sprechstunde in Frage kommen".

Durchhaltevermögen gefragt

Insgesamt glauben beide fest an das Projekt, man brauche nun halt ein wenig Durchhaltevermögen. "Wenn man in kleineren Städten etwas macht, funktioniert es eben nicht von heute auf morgen", gibt Pflüger zu bedenken, doch das sei allen Beteiligten klar. "Wir bleiben auf jeden Fall dran", verspricht Anthea Fischer.

Beide glauben, dass das Projekt das Angebot für die Jugend bereichert und eine gute Möglichkeit ist, sich politisch einzubringen. "Wir wollen das politische Interesse wecken oder helfen, es beizubehalten, falls es schon vorhanden ist", so Fischer und Pflüger. Vielleicht lasse sich sogar der eine oder andere zu einer Kandidatur für den Gemeinderat ermuntern - schließlich würde sich so die etwas "jüngere Komponente im Rat" sichern lassen.

Hat man sich in der Sprechstunde erst einmal ausgetauscht, ist das Thema noch lange nicht vom Tisch. Denn die beiden wollen das Angesprochene natürlich aufgreifen und bei Bedarf auch im Gemeinderat einbringen. "Wir wollen als junge Stadträte gerade die Wünsche und Anregungen der jüngeren Generation vertreten", sind sich Fischer und Pflüger im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten einig. Zu wissen, was die jüngeren Buchener bewegt, sei aber auch für das gesamte Gremium von Interesse, nicht umsonst werde die Sprechstunde von der Stadt unterstützt.

Fränkische Nachrichten, Freitag, 25.11.2016 | Text & Bild: Olaf Borges

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